Samstag, 22. November 2008

Die 7 Regeln der Liebe

Wenn wir frisch verliebt sind, sehnen wir uns nach ewiger Verschmelzung. Doch wer dauerhaftes Glück in der Beziehung will, sollte eigenständig bleiben.

Wie ihre Liebe begann, das weiß sie noch wie heute, dabei ist es schon 18 Jahre her. Sie saß allein im Café und er setzte sich einfach an ihren Tisch, obwohl es noch viele freie Plätze gab. Er wirkte elegant und doch lässig, hatte ein kluges Leuchten in den Augen und als er sie mit ein paar charmanten Worten ansprach, da war ihr klar: "Das ist mein Romeo." Und auch er sah offenbar in ihr die perfekte "Julia". Wie in William Shakespeares berühmter Tragödie war es also Liebe auf den "ersten Blick" zwischen Mia und Rudolf.
Dennoch begreift Mia von Waldenfels nicht, wieso "Romeo und Julia" als das Liebespaar gelten. Schließlich bringen sich beide kurz nach dem Kennenlernen um, weil ihre verfeindeten Familien gegen die Verbindung sind. "Wie kann die Geschichte zweier Liebender, die nur eine Nacht miteinander verbringen, uns vermitteln, wie wir Beziehungen führen, die auch nach tausendundeiner Nacht noch spannend sind?", fragt von Waldenfels, die heute als Paartherapeutin tätig ist. Durch ihre Arbeit gewann sie den Eindruck, dass viele Paare gern für immer in einer harmonischen "Romeo -Julia-Welt" leben würden. "Wir sollen in möglichst allem mit dem Partner übereinstimmen - dieses Ideal haben wir in unserer Kultur aufgesaugt", sagt sie.
Dabei ist ihre Erfahrung: An diesem Ideal scheitert die Liebe am sichersten! Auch in der Beziehung mit Rudolf sät die Sehnsucht nach immerwährendem Einklang Zweifel: Waren wir früher nicht aufmerksamer gegenüber dem anderen? Sind wir nicht zu häufig gegensätzlicher Meinung? Müssten unsere Ziele sich nicht viel ähnlicher sein?
Drei Jahre nach dem Kennenlernen fahren sie gemeinsam in den Sommerurlaub. Auch dort erkennt sie grundsätzliche Unterschiede: "Ich möchte faul am Strand liegen - er Drachenfliegen. Ich genieße langes Ausschlafen - er den Sonnenaufgang. Ich will ans ruhige Mittelmeer - er an den rauen Atlantik." Doch als sie in einer Gewitternacht neben ihrem seelen ruhig schlafenden Mann kein Auge zubekommt, erscheint ihr das An derssein nicht mehr bedrohlich, sondern faszinierend.



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