Freitag, 18. Juli 2008

Schönheitsideale der Kulturen

Bin ich nicht schön?


Braun oder blass, rund oder schlank: Was hier gefällt, muss dort nicht unbedingt als schön gelten - kommt immer darauf an, wo man lebt. Aber man kann ja nachhelfen.



Helle Haut, rötliches Haar, betonte Augenlider - das Idealbild vieler Asiatinnen. Natürlich gibt es Wichtigeres. Es kommt auf den Charakter an. Dennoch fragen sich täglich Millionen Menschen beim Blick in den Spiegel: "Bin ich schön?" Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Darauf, wo man sich gerade befindet. Denn Schönheit ist relativ, und schön sind immer die anderen.

Laut Schätzungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ist die Zahl der Schönheitsoperationen auf weit mehr als 400.000 im Jahr gestiegen. Auf Platz eins in der Beliebtheitsskala steht die Liposuktion - besser bekannt unter der Bezeichnung "Fettabsaugen" - trotz möglicher Komplikationen wie Gasbrandinfektionen, Infektionskrankheiten der Haut und Unterhaut, Thrombosen, Embolien oder in seltenen Fällen sogar Tod durch Verletzung innerer Organe.


Doch was in Deutschland als schön gilt, muss in anderen Ländern noch lange nicht gefallen; die Schönheitsideale sind nämlich von Kultur zu Kultur verschieden. Der Hamburger Schönheitschirurg Afschin Fatemi, Gründer von vier Fachkliniken für ästhetische Chirurgie in Deutschland, ist der Meinung: Es gibt kein allgemeingültiges Schönheitsideal. "Die Menschen möchten sich von der Masse abheben", erklärt der 36-Jährige. Schön ist eben, was schwer erreichbar ist. Und schön ist, was für Wohlstand, Einfluss und Ansehen steht.


Während sich die einen unter Inkaufnahme solcher Risiken das überschüssige Fett entfernen lassen, schwärmt man in weniger wohlhabenden Ländern von üppigen Rundungen. Paradox und konsequent zugleich: Wo es genug zu essen gibt, besteht die Herausforderung darin, sich zu zügeln, Diät zu halten und sich im Fitnesstudio zu quälen. Zum Statussymbol werden Personal Trainer und Ernährungsberater. Neid als Motiv und Maßstab der unterschiedlichen Schönheitsideale - der Mensch sehne sich danach, etwas Besonderes zu sein, erklärt Fatemi.





"Etwas Besonderes" ist man in Asien, wenn man über eine Lidfalte verfügt. Was unter Europäern als "Mandelaugen" bewundert wird, gilt dort als Manko. Deshalb steht die Lidplastik auf Platz eins der beliebtesten Korrekturen - weit vor Fettabsaugung, Brustvergrößerung oder Faltenunterspritzung. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Kinder - auch Jungs - bereits zu ihrem elften Geburtstag eine Lidfalte geschenkte bekämen, berichtet Fatemi.

Während man in Europa und Amerika die optische Verjüngung anstrebt, sind viele Eingriffe in Asien ethnisch motoviert. Entsprechend groß ist die Sehnsucht nach heller Haut. Wer blass ist, ist vornehm, wer blass ist, ist reich, hat es geschafft, hat es zu etwas gebracht. Das Zeichen der Privilegierten ist das makellose Weiß ihrer Haut. Deshalb verwenden viele Asiaten Hautcremes mit Bleichmitteln, die die Pigmentierung zerstören - und leider häufig Krebs erzeugen. Auch der Sonnenschirm ist immer dabei.



Ganz anders in den westlichen Kulturen: Wer braungebrannt ist, schuftet nicht auf dem Feld - höchstens mal ein Stündchen im eigenen Garten. Wer braun ist, gilt als attraktiv, weil er es sich leisten kann, stundenlang in der Sonne zu schmoren: zum Vergnügen, nicht zum Malochen. Weil er sich den Urlaub auf den Malediven leisten kann, während die Daheimgebliebenen mit den Zähnen klappern und heimlich knirschen. Bräune ist sexy, weil sie für die Welt außerhalb des verstaubten Büros steht, für Sonne, Strand und Meer, für Lebensfreude, Unabhängigkeit und Freiheit.

Dass das Bild von Schönheit immer mit den gesellschaftlichen Verhältnissen der jeweiligen Kultur zusammenhängt, zeigt sich auch in Amerika. "Bei den brasilianischen Frauen", erklärt Fatemi, "galt es lange Zeit als schick, kleine Brüste zu haben." Große Brüste waren ein Hinweis auf die ethnische Herkunft und damit "Ausdruck der ärmeren Gesellschaft". Die weiße, die reiche Bevölkerungsschicht brüstete sich mit einer geringeren Oberweite. In den USA war und ist es genau umgekehrt - denn mit Geld kann man sich bekanntlich vieles kaufen, unter anderem die gewünschte Körbchengröße.


Von Ines Schipperges und Violetta Simon
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