Mittwoch, 3. Oktober 2007

Frauen im Ueberschluss



Litauen, Baltikum, - Frauen im Überfluss


In Baltikum gibt es einen Frauenüberschuss. Auf Vilnius Flaniermeilen schlagen Männerherzen höher, denn auf jeden Mann kommen drei Frauen. Noch dazu sehen diese blendend aus. Für die Modebranche ein Paradies. Viele Models kommen aus dem baltischen Staat.

Lijana, Model: "Ich weiß nicht, warum", sagt sie, "aber vielleicht ist es meine Lebenserfahrung, die meine Ausstrahlung ausmacht. Vielleicht gebe ich den Menschen mehr als die bulemiekranken Skelette, die sich auf den Laufstegen bewegen. Ich liebe meine Kinder, meine Familie ist mir wichtig, ich liebe meinen Mann und komme eben aus Litauen und das ist das Land mit der bedeutendsten Frauenquote in Europa!" Die Frauenquote, das bedeutet, auf einen Mann kommen statistisch bedingt drei Frauen. Diese biologische Frauenquote ist in Baltikum nicht zu übersehen. Die Frauen sind im Baltikum in der Überzahl und sie gelten allgemein als die schönsten in Osteuropa. Keine Überraschung: Mit rund 200 Beautysalons ist die Hauptstädte Riga und Vilnius im Größenvergleich zu London oder Paris Anwärter auf den ersten Platz in der Vielzahl von Schönheitstempeln in Europa. Gepflegtes Aussehen, eine gute Frisur und schicke Kleidung bestimmen das Balzverhalten in einem Land, wo Frauen um Männer buhlen müssen und nicht umgekehrt, weiß Maija Gauja, Geschäftsführerin der größten Beautykette in Lettland.
"Hier gibt es nicht so viele Blondinenwitze wie in Deutschland", sagt die Herrin über die Schönheiten, "hier sind blonde Frauen schön, intelligent und begehrenswert, genauso wie brünette und schwarzhaarige Frauen. Fast im Wochentakt eröffnet ein neuer Beautysalon in Baltikum. Eines können Sie mir glauben", sagt sie, "geschlossen wegen Kundinnenmangel hat noch keiner."Ein Schönheitswettbewerb. Vorentscheidung zur Miss Baltikum. "Unsere Schönheitswettbewerbe haben keinen unsachlichen Beigeschmack wie vielleicht anderswo in der Welt. Wir Frauen in Baltikum sind der Ansicht, Konkurrenz belebt die Vielfalt und deshalb stellen wir uns auch gerne der Öffentlichkeit", sagt das ehemalige Pierre Cardin Model Leticija Pone und ihr Mann fügt hinzu:
"Gott sei Dank, die baltischen Frauen sind nicht so emanzipiert wie in Europa. Das ist eine gute Sache. Ich denke, die Frauen in Deutschland und in Westeuropa sind schon zu emanzipiert."

Leticija Pone, Model: "Ich stimme zu. Ein krasser Feminismus ist ungesund. Auch in der Familie muss alles gleich verteilt sein, es muss eine Gleichberechtigung geben. Gegenseitiger Respekt in der Familie ist wichtig. Durch Gleichberechtigung kann jeder in der Familie eine Erfüllung finden. Niemand soll seine Natürlichkeit verlieren – eine Frau ist eine Frau, ein Mann ist ein Mann."Sagt es und macht sich bereit für einen typischen Männersport. Gocartfahren. Eintauchen in die Kinderstube eines Michael Schumacher. Nicht ungefährlich, dieser Sport, doch Leticija Pone nimmt es gelassen. "Meine drei Männer mögen das und ich mag es auch", sagt sie. "Sicherlich ist ein gebrochenes Bein hinderlich für das nächste Fotoshooting, aber ein Bein kann ich mir auch auf der Kellertreppe brechen, nur da macht es weniger Spaß!"

Wie war das, "die baltischen Frauen sind nicht so emanzipiert?"

Michael Lindenau

Keine Kommentare: